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Ute Craemer

Ute Craemer

„Das Wichtigste ist, an die Menschen zu glauben. Selbst an die Elendsten. Dieses Vertrauen wirkt wie eine Brücke zwischen der geistigen und der irdischen Welt.“

Ute Craemer wurde 1938 in Weimar geboren. Zum ersten Mal nach Brasilien kam sie 1966 mit dem Deutschen Entwicklungsdienst. In Londrina (Bundesstaat Paraná) arbeitete sie mit den Kindern der armen Landarbeiter.
Nach ihrer Ausbildung zur Waldorf-Lehrerin am Seminar in Stuttgart übernahm sie eine Klasse an der Escola Waldorf Rudolf Steiner in São Paulo.
Als Ute in die Nähe der Favela Monte Azul zog, kamen  immer mehr Kinder an ihre Tür, um zu betteln.  Sie fragten „Vôce tem algum para dar?“ – „Hast du etwas zu geben?“.
Ute gab Kleidung und Essen, manchmal ein bisschen Geld. Aber was braucht ein Kind tatsächlich, um sich gesund zu entwickeln?

Ute Craemer in Bolivien

Als Lehrerin war eines ihrer Anliegen, bei ihren Schülern aus der Mittel- und Oberschicht soziales Bewusstsein zu wecken. So kam sie auf die Idee, einen Austausch mit den Favelakindern anzuregen.
Sie entwickelte mit ihren Schülern ein Bildungs-Projekt, in dem diese gemeinsam mit den Favelakindern spielten, lernten, bastelten und musizierten. Dafür stellte sie zunächst ihr eigenes Haus zur Verfügung, das schnell zu klein für all die Kinder wurde.
Über die Kinder lernte Ute auch die erwachsenen Einwohner der Favela Monte Azul kennen und bekam immer mehr Einblick in deren prekäre Lebensumstände.
Gemeinsam mit den Favelabewohnern wurde 1979 schließlich die Associação Comunitária Monte Azul gegründet, mit dem Ziel, für die Verbesserung der Lebensverhältnisse zu kämpfen.

Ute Craemer in der Favela Monte Azul (70er Jahre)

Zu einer Zeit, als noch niemand von „Entwicklungszusammenarbeit“ sondern lediglich von „Entwicklungshilfe“ redete, war Utes Ansatz ein vollkommen anderer: sie setzte auf die Eigeninitiative der Menschen, auf ihren Willen zur Veränderung, auf Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Flache Hierarchien, Mitbestimmung, Demokratie und partizipative Entscheidungsfindung sind bis heute wichtige Stichworte in der Organisation. Sie garantieren, dass jede/-r einzelne der 253 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen die Grundsätze der Organisation mitträgt.
Utes Kraft liegt darin, Brücken zwischen Menschen unterschiedlichster Herkunft, sozialer Stellung und Kultur zu bauen. Durch das Zusammenkommen solch unterschiedlicher Kräfte entsteht Neues, das die Organisation ständig in Bewegung und Entwicklung erhält.
Sie glaubt an die Würde und das Potential jedes einzelnen Menschen. Jeder kann lernen und sich entwickeln, man muss ihm nur die Möglichkeit dazu geben.

Ute Craemer mit deutschen Voluntarios.

Ute Craemer ist heute 75 Jahre alt und lebt seit über 40 Jahren in Brasilien. Ihr Rat ist weltweit gefragt, sie reist durch die ganze Welt, um soziale Organisationen zu beraten und sich für Kinderrechte einzusetzen. Bereits 1986 wurde sie für ihre „vorbildliche Sozialarbeit“ mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und ist Ehrenbürgerin der Stadt São Paulo.

Ihre Erfahrungen hat sie in den beiden Büchern „Favela Monte Azul“ und „Favela-Kinder“ festgehalten, die beide im Verlag Freies Geistesleben erschienen sind.
2001 zog sie sich aus der aktiven Geschäftsführung Monte Azuls zurück und gründete den brasilianischen Zweig der Alliance for Childhood (http://www.aliancapelainfancia.org.br/).

In Monte Azul hat sie aber weiterhin ihr Büro und ist beratend tätig.